Grundwissen/Eckdaten Substanzaufbau Verschwundenes
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- FRIEDHOF DER SCHÜTZENVEREINE -
Hier wird eine Statistik über die ausscheidenden hannoverschen Schützenvereine geführt. Sie beginnt 1997. Was zunächst wie ein wahllos gegriffenes Jahr erscheinen mag, markiert nämlich - zehn Jahre versetzt nach dem abrupten Ende der Vereins­gründungen - ganz eindeutig den Anfang der Auflösungsepoche.

Abgegangene Schützenvereine Letzte Beteiligung am Schützenausmarsch
Schützengesellschaft der Oststadt v. 1901 2018
Schützenclub „Centrum“ 2017
Jagdsportgesellschaft Hannover v. 1949 2017
Spielmanns- und Schießclub Hannover-Mittelfeld v. 1980 2017
Schießsportgemeinschaft „Tannenkamp“ 2017
Schützengesellschaft Davenstedt v. 1928 2015
Schützengesellsch. der Cellerstraßen-Distrikte Hannover v. 1897 2013
Schießsportgemeinschaft „Touristik“ 2013
Schützengesellschaft „Freischütz“ v. 1923 2012
Schützengesellschaft „Grenzburg“ Hannover-List v. 1982 2012
Damen- Jagd- und Sportklub „Hannovera“ v. 1953 2010 oder 2011
Schützengesellschaft „Kleeblatt“ v. 1899 2010 oder 2011
Schützengesellschaft Oberricklingen v. 1953 2010 oder 2011
Nordstädter Schützengesellschaft v. 1893 2009
Schützenclub „Eichenblatt“ v. 1986 2007
Schützengesellschaft „Niedersachsen“ v. 1909 2007
Schützenverein Roderbruch v. 1986 2007
Schießsportabteilung der BSG der Stadtwerke Hannover 2006
Damen-Schießsportgesellschaft List v. 1964 2006
Schießsportabteilung des RSV 26 Hannover 2005
Schützengesellschaft Hannover v. 1979 2005
Schießclub „Hahnenburg“ v. 1959 2004
Schützengesellschaft „Viktoria“ v. 1979 2003
Schützenclub Fernrode v. 1912 2002
Damen-Schießsportclub „St. Hubertus“ Hannover 2002
Schützengesellschaft „Ernst-August“ v. 1925 2001
Schützenabteilung des Spielmannszugs Süd-Ost Hannover 2000
Schützengesellsch. „Leineschützen“ Hannover-Linden v. 1982 2000
Jagdklub „Diana“ List v. 1852 2000
Schützengesellschaft Mittelfeld v. 1951 1999
Traditions-Schützengilde „Preußen“ v. 1972 in Hannover 1998
Schießsportvereinigung Hannover v. 1956 1998
Sportschützen „Leineaue“ Hannover v. 1984 1997
Schützenvereinigung Marienwerder v. 1921 1997

Eine unvollständige Aufzählung weiterer ehemaliger hannoverscher Schützen­vereine: Altstädter Schützengesellschaft Hannover, Schützenabteilung des Geselligen Vereins Blau-Silber, Bornumer Schießclub, Schießsportgruppe „Breite Wiese“, Schießsportabteilung des Sportvereins Bult, Schießsportgruppe der Deutschen Schreberjugend, Bürgerschützengesellschaft Döhren v. 1901, Schützen­gesellschaft Döhren v. 1899, Schützenverein „Tell“ Döhren, Uniformierter Jagdclub „Falkenhorst“ v. 1969, Schützengesellschaft „Fein Korn“, Schützen­gesellschaft „Fortuna“, Schützenverein Hainholz v. 1925, Schützengesellschaft des Arbeitervereins zu Hannover, Bürgerschützen­gesellschaft Hannover v. 1897, Hannoverscher Damen-Schießsportklub, Hannoversche Schützengesellschaft „Ernst-August“ v. 1902, Freihand-Schützenklub Hannover v. 1904, Schützenklub „Gut-Ziel“ Hannover v. 1925, Hannoversche Schützengesellschaft „Hubertus“ v. 1926, Jagdschützen Hannover, Neuer Hannoverscher Schützenverein v. 1924, Schießsportklub Hannover v. 1925, Hannoversche Schützengesellschaft v. 1902, Schützengesellschaft Hannover v. 1903, Hannoversche Schützengesellschaft v. 1935, Hannoversche Schützengesellschaft „St. Hubertus“ v. 1906, Hannoversche Schützengesellschaft „Weidmannsheil“ v. 1928, Schützen­gesellschaft im Welfenbund Hannover, Schützenklub „Horrido“ v. 1924, Schießklub „Kleeblatt“ v. 1933, Schützengesell­schaft Kleefeld v. 1910, Klub der Jäger v. 1908, Schießsportfreunde Linden v. 1950, Schützenvereini­gung Linden v. 1909, Uniformierte Schützengesellschaft Hannover-Linden v. 1980, Verein für Freihand­schießen Linden, Schützengesellschaft List v. 1876, Schützengesellschaft „Lützow“, Schießklub „Mecklenheide“, Schützen­gesellschaft Mühlenberg, Schützen­gesellschaft Neuer Georg-Verein, Kleinkaliber-Schießsportklub „Niedersachsen“, Schützen­gesellschaft Nordstadt 05, Nordstädter Schützengesellschaft „Hubertus“, Schützenklub der Nordstadt v. 1889, Schützenklub des Nordstädter Bürgervereins, Schießklub „Nordstern“, Bürgerschützen der Oststadt Hannover, Kleinkaliber-Schießgemeinschaft Hannover-Ricklingen, Jagdsportgesellschaft Südost-Heidorn v. 1898, Bürgerschützen­gesellschaft Südstadt, Freihand-Schützenverein „Tell“ v. 1907, Schießclub „Treffer“ v. 1906, Schießsportclub „Vier Grenzen“ v. 1977, Uniformierte Schützengesellschaft „Waterloo“, Bürgerschützen der Weststadt, Jagdsportlicher Verein Weststadt, Verein für Zimmerschießen „Tell“.
Erklärungen zu den Namen verflossener Vereine: Breite Wiese = Schrebergarten­kolonie im Stadtteil Heideviertel; Cellerstraßen-Distrikte = Bereiche entlang der Celler Straße; Centrum = doppeldeutig sowohl im Sinne der Innenstadt als auch des fachsprachlichen Mittelpunkts der Zielscheibe gemeint; Diana = römische Göttin der Jagd; Ernst August = legendärer Herrscher des Königreichs Hannover; Fein Korn = eine Schützenparole; Fernrode = historische Ortslage unmittelbar nördlich des Bahnhofs; Freischütz = Hauptdarsteller in der ersten deutschen Nationaloper; Grenzburg = Gebäudekomplex in der List; Gut-Ziel = eine Schützen­parole; Hahnenburg = Schrebergartenkolonie in Kirchrode; Horrido = vom Schützenwesen übernommene jagdliche Parole; Lützow = legendärer Freikorps­führer in den Befreiungskriegen; Mecklenheide = Landschaftsname nördlich und im Norden Hannovers (besonders in Hainholz und Vinnhorst verwendet); Niedersachsen = bei Vereinsgründung nur als inoffizielle Bezeichnung für das Kernland des sächsischen Siedlungsraums bekannt; Süd-Ost = ohne geographischen Hintergrund erfolgte Übernahme vom Ausgangsverein Südost-Heidorn; Südost-Heidorn = Heidorn war eine historische Ortslage auf dem Gebiet der östlichen Südstadt, „Südost“ sollte vermutlich den Standort im Verhältnis zur Innenstadt verdeutlichen (vielleicht war der Doppelname ein Fusionsergebnis); Tannenkamp = Schrebergartenkolonie in Ledeburg; Touristik = Umgangsbezeichnung für die Schießsport­abteilung der Betriebssportgemeinschaft bei der „Touristik Union International“ (TUI); Vier Grenzen = Platz in der List; Waterloo = Sieg Preußens mit Beteiligung Hannovers über Napoleon (in Hannover durch die Waterloosäule gewürdigt); Viktoria = römische Göttin des Sieges (Namenswahl aber sicherlich auch wegen der dem Schützenfest sehr zugeneigten Kaisertochter Viktoria Luise); Weidmannsheil = jagdliche Parole; Weststadt = nur im Schützenwesen geläufiges Synonym für die Calenberger Neustadt.
 
SSK 25, Marienwerder, Preußen, Niedersachsen 09, Grenzburg:

Südost-Heidorn, BS Oststadt, Hannover 79, Freischütz, Oststadt 01:
Mittelfeld 51, Hahnenburg, Nordstadt 93, Horrido:

Die „Hannoversche Schützengesellschaft v. 1902“ hatte wahrscheinlich eine führende Stellung inne. Sie übernahm die Aufgabe, ein Mitteilungsblatt für die Szene herauszugeben. Aber nach dem 2.WK gründete niemand „1902“ wieder.
Davenstedt, Touristik:
 
Oststadt 01:

Cellerstraßen-Distrikte:

Tannenkamp:

Mittelfeld 80:

Jagdsport 49 (grau / rot) und Centrum (grün) gemischt:

SSVg 56, Damen St. Hubertus, Eichenblatt, Touristik:

Oberricklingen, Freischütz, Roderbruch, SG List:
Kleeblatt 99, Cellerstraßen-Distrikte, Hannovera, Centrum:

Mittelfeld 80, Oststadt 01:


Die Jagdsportgesellschaft v. 1949 war vermutlich einer der wichtigeren Vereine. Lange Zeit lud sie die Schießsportgemeinschaft des Bundestags aus Bonn bzw. Berlin als Gastverein ein. 1983 fuhr in ihrem Block die Kutsche mit Prinz Ernst August. Auch in ihren letzten Jahren stellte sie noch eine Kutsche für den Umzug. Wie alle ausscheidenden Vereine verschwand Jagdsport 49 dann - außer hier - ohne geringste Notiz aus Hannover und der Welt.


Jagdschützen, Hannover 79, Diana List, Niedersachsen 09:
Hannovera, Ernst-August 25, Fernrode, HDSK:

Diana List, SSVg 56:

Davenstedt:

Seit Südost-Heidorn 98 und der SC Fernrode Geschichte sind, erinnert an die beiden historischen Siedlungen nur noch jeweils ein Straßenname, mehr nicht.


Es gab Zeiten, da gingen acht Nordstädter Schützenvereine beim Schützen­ausmarsch mit. Nordstadt 93 vereinigte als führender Klub trotzdem über 400 Mitglieder auf sich. Auf dem Schützenplatz wurde ein vereins­eigenes Festzelt betrieben; s. Bild. Zum Schluß löste sich Nordstadt 93 klammheimlich auf.



- FRIEDHOF DER MUSIKZÜGE -

In jüngerer Zeit aufgelöste Musikzüge:
Musikzug Letzte Beteiligung am Schützenausmarsch
„Drumpets“ Wettbergen 2017
Spielmannszug der Schützengesellschaft Bothfeld 2016
Fanfarenzug Hannover im SV 1908 Ricklingen 2014
Spielmannszug des Schützenvereins Stöcken 2014
Spielmannszug „Süd-Ost“ Hannover v. 1951 2010 oder 2011
Spielmanns- und Hörnerzug Ricklingen 2010 oder 2011
Spielmannszug „Grün-Weiß“ Bemerode 2008
Fanfarenzug Hannover-Ricklingen v. 1992 2007
Spielmannszug der Schützengesellschaft Wülfel 2005
Spielmannszug der Schützenvereinigung Döhren 2004
Jagdhornbläsergruppe des Niedersächsischen Jagdklubs 2004
Spielmannszug des SSC Hannover-Mittelfeld 2001
Städtisches Musikkorps der Berufsfeuerwehr Hannover 2000
„The Gordon Highlanders Club“ Hannover  (Dudelsack) 2000
Spielmannskorps Hannover-Bothfeld v. 1974 1995
Feuerwehr-Blasorchester Vinnhorst 1995
Dazu drei Anmerkungen: 1. Das „Städtische Musikkorps der Berufsfeuerwehr Hannover“ lief jahrzehntelang als allererster Musikzug! Zu Ende ging die Ära wegen interner Probleme, kurzfristiger Auflösung und Neugründung als „Sinfonisches Blasorchester der Feuerwehr Hannover“. In dieser mehr seßhaften Form nimmt man seither nur noch sporadisch am Schützenausmarsch teil. Die freigewordene Stelle des ersten Musikzugs wurde ab 2001 durch das Heeresmusikkorps Hannover besetzt. 2. Nicht unerwähnt bleiben darf die „Jugendband Hannover“. Zwar verrät schon der Name, daß es sich eher um eine Kapelle im Bigband-Stil handelte, doch unterstützte sie den Schützenausmarsch über ewige Zeiten treu und fleißig. Schließlich ganz entfremdet und auch umbenannt, nahm sie erst nach der Jahrtausendwende Abschied. Von den Umständen her will sie nicht richtig in die Übersicht passen. 3. Beim kurzlebigen Fanfarenzug Hannover im Rugby-Verein (!) SV 1908 Ricklingen wurden tatsächlich Fanfaren gespielt, allerdings nach DDR-Art. Der einzige Auftritt beim Schützenausmarsch gelang 2014 mit Beihilfe aus Sachsen-Anhalt (s. hier). Seitdem ist das Fanfarenspiel in Hannover ausgestorben. Als große Besonderheit bezieht der „Spielmanns- und Fanfarenzug der Freiwilligen Feuerwehr Hannover“ dennoch Landsknechtstrommeln mit ein.

Folgende hannoversche Musikzüge spielten noch bis in die 1980er Jahre mit: Jugend-Spielmannszug der Schützengesellschaft Bemerode, Bundesbahn-Blasorchester Hannover, Musikkorps des Bundesgrenzschutzes Hannover, Jagdhorn-Bläserkorps der Jägerschaft Hannover-Stadt, Feuerwehr-Musikzug Kirchrode, Spielmannszug der Schützengesellschaft Limmer, Malteser-Fanfarenzug, Wülfeler Blasmusik. Für die 1970er Jahre lassen sich nachweisen: CVJM-Musikzug Hannover, DRK-Jugendtrompetercorps Hannover, Fanfarenzug der Hannoverschen Karnevalsgesellschaft Grün-Weiß, Spielmanns- und Musikzug des Jagdklubs Diana List, Spielmannszug der Schützengesellschaft Mittelfeld, Spielmannszug der Schützengesellschaft Oberricklingen, Post-Blaskapelle, Fanfarenkorps Hannover-Südstadt v. 1973, Spielmannszug bei Schießsport Vahrenheide, Spielmannszug des VfL Hannover, Musikzug der Schützengesellschaft Wilhelm Tell.
Vom früher ersten Musikzug, dem „Städtischen Musikkorps der Berufsfeuerwehr Hannover“, sind nicht viele Aufnahmen bekannt. Hier zieht er in seinem letzten Jahr von 2:58 bis 3:23 durch`s Bild (der dazu genannte Kapellenname ist falsch).


In sehr gelungenen weiß-grau-schwarzen Uniformen mit dem Wappen Hannovers auf der Brust fungierte das „Fanfarenkorps Hannover-Südstadt“ unbestellt als repräsentative Stadtkapelle. Leider nur in den 1970er Jahren.