Schafferung Neue Vereinslandschaft Gruß / Hymne / Auftakt
Das Drumherum Verlotterungsstopp Die Zugspitze
Auftritt der Schützen Kutschen und Wagen Unterstützungsregiment
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- LOSLÖSUNG VON DER STADTBEHÖRDE -
Selbstbestimmtes Auftreten der Schützenszene
Als Erstes müßte das willenlose Anhängen an die Stadtbehörde beendet werden. Sich dauerhaft stur mit der Obrigkeit gemeinzumachen, ist ein staatsbürgerlich vollkommen unverantwortliches Verhalten! Historisch und idealistisch gesehen wäre Eintracht korrekt, aber nie und nimmer bei den kriegsartigen Zuständen von heute! Welchem Regime würden die Schützen denn überhaupt die Folgschaft verweigern?! Falls eines genannt werden kann: Sind die Unterschiede zum jetzigen wirklich entscheidend?! Bringt es einen Nutzen, die Augen vor dem Zeitgeschehen zu verschließen?! Von uniformierten Schützen erwartet man einen gewissen Schneid. Wenn sie ihre Feste mit zentralem Anspruch nach außen kehren, sollte dieser Erwartungshaltung schon nachgekommen werden. Außerdem ist es ja ihre Leidenschaft, der sie da frönen, also können sie bezüglich der Abläufe auch bestimmter auftreten. Vom beispielgebenden Schützenausmarsch 1950, den Hannovers Schützen ganz selbständig durchführten, scheinen ihre heutigen Nachfahren Lichtjahre entfernt zu sein. Quittung dafür ist der böse abgestürzte Stellenwert der Schützen im Stadtleben. Diese diffus in der Luft liegende Mischung aus Gleichgültigkeit, Willenlosigkeit und Unterwürfigkeit wirkt eben nicht sonderlich anziehend. Andererseits fällt es sicher schwer, daran zu arbeiten, solange vom verängstigten Volk keinerlei Solidarität in Aussicht steht.
Hoffnungslosigkeit unter stadtbehördlicher Leitung
Für ungünstige Entwicklungen und Zustände, die mit der Ausrichtung durch die Stadtbehörde zu tun haben, findet man auf diesen Seiten zahlreiche Beispiele. Die Reihe ließe sich noch lange fortsetzen: Unwissend und ohne sich wehren zu können müssen die Schützen hinter einem bezugslosen Maskottchen herlaufen, das „zuckrig“ und „stark wie Pippi Langstrumpf“ sei. Die Schützenfest-Netzseite wurde mit einem Photo bebildert, auf dem ein ausdrücklich universal-kosmopolitischer Mensch aus einer Auto-Waschanlage herausschaut. In den Live-Sendungen des NDR vermeldet die Zugleiterin lächerliche Nullinformationen (man hätte Markierungsstriche vor dem Rathaus gesprüht; die Pferde würden an einem „befriedeten Ort“ versorgt), als wäre mit dem Schützenausmarsch sonst alles in bester Ordnung. Sämtliche neuen Nummern der letzten Jahre (verschiedene PR-Königinnen, VW-Bullies und stilfremde Musikzüge) kamen aufgrund von persönlichen Kontakten zustande, also durch Zufall anstatt nach Konzept. Auf Hannover.de wird die Bedeutung des Ereignisses mit dem unfaßbaren Satz „Es ist die erklärte Pflicht eines jeden lokalpatriotischen Hannoveraners, sich einmal im Leben den Umzug anzusehen.“ beschrieben. Im Stadtplanungskonzept namens „Mein Hannover 2030“ erklärt man dieses fundamentale Kulturgut bereits für ausgerottet: „Die Herrenhäuser Gärten als bedeutendstes Kulturdenkmal Hannovers mit Veranstaltungen wie den KunstFestSpielen, das Sprengel Museum Hannover mit der Sammlung der klassischen Moderne, das Niedersächsische Staatstheater als Mehrspartenhaus, oder Projekte wie das Tanztheater International haben mit einer bundesweiten Ausstrahlung einen besonderen Stellenwert für die hannoversche Kulturlandschaft. Aber auch die anderen Museen, die freien Tanz- und Theatergruppen, die Kunst im öffentlichen Raum, die Orte und Projekte der Erinnerungskultur, Literatur, Musik, Fotografie und des Films, sowie die Bibliotheken und die Einrichtungen der Stadtteil- und Soziokultur haben ihre Bedeutung und Wichtigkeit für ein lebendiges Kulturleben in Hannover. Das gilt es zu bewahren und entsprechend konzeptionell weiterzuentwickeln.“! Letztlich kommt es nicht darauf an, welche Absicht die Stadtbehörde nun genau hegt, ob ideologische Um­gestaltung oder Verblödeln bis zur Beliebigkeit im Vordergrund steht, ob auf gedeckeltem Niveau verwaltet werden soll, um das Volk in Sicherheit zu wiegen und zu kontrollieren, oder ob auf die Abschaffung hingearbeitet wird. Selbst wenn nichts davon zuträfe, ihr Energieeinsatz ist bei weitem zu schwach. Einer sechs­stelligen Zuschauerzahl bietet man keine so lasch, uninspiriert und unprofessionell aufgezogene Vorführung an. Der Schützen­ausmarsch könnte und sollte viel herrlicher sein. Überlegt man jedoch, wie die Probleme anzugehen wären, wie sich die vielen hier gemachten oder auch anderweitige Vorschläge in die Tat umsetzen ließen, dann enden die Gedanken­gänge meist bei den derzeitigen Organisatoren. Nur ungenau bekannt und nicht ansprechbar, selbst nicht engagiert und keine Entwicklungen motivierend, ohne eigene Vorstellungen und höchstens bedingt für Impulse von außen zugänglich, in Schwerfälligkeit weder reform- noch ausbaufähig, beim Budget festgelegt und von der Politik mit abseitiger Einflußnahme bedrängt, wird der Schützenausmarsch von ihnen blockiert und abgeschirmt. Ganz allgemein weiß man auch nie, ob das bisherige Verfahren seine einwandfreie Rechtmäßigkeit hat. Normalerweise ist es doch nicht die Aufgabe der Stadt­behörde, Festivitäten eines nurmehrigen Kulturzweigs selbst durchzuführen. Andere Klientels könnten durchaus auf Gleichbehandlung pochen, was aber eher das Ende der Bevorzugung zum Ergebnis hätte. Die Gewährleistungsmacht liegt nicht in Händen der Schützen und somit nicht in Händen des Volks. Es ist alles ein äußerst unbefriedigender und lähmender Zustand.
Übergangsprozeß
Wenn sich bald mal eine Gruppe zusammengefunden hat, um als neues Organisationskommitee das hannoversche Schützenwesen und den Schützen­ausmarsch zu retten, und es wäre traurig sollte dies nach 500 Jahren Tradition nicht geschehen, würde sie selbstverständlich mit dem abzulösenden Veranstalter zu sprechen versuchen. Herum käme dabei wahrscheinlich nicht viel. Aktive, selbstbewußte, vor allem gemeinschaftlich denkende Bürger sind unerwünscht, und den Schützenausmarsch würde die Stadtbehörde als Herrschinstrument behalten wollen (auch Status-Quo-Betrieb ist Politik). In dem Fall müßte die angetretene Gruppe - nennen wir sie schonmal „Schafferung“ - die Schützenvereine einzeln auf ihre Seite ziehen, bis die Sache kippt. Sollten ihr bei der Durchführung des Schützenausmarschs Steine in den Weg gelegt werden, z.B. durch plötzliche Kostenauflagen für Polizeieinsatz, Straßenreinigung und anderes, oder Nutzungs­verbot für das Rathaus, wäre dies logisch unbegründet, da im Vergleich zu davor keine Mehrbelastungen vorlägen. Mit flankierenden Protesten aus der Bevölkerung würde die Schafferung gegebenenfalls die Bürgerrechte einklagen. Die Stadt­behörde dürfte dann ruhig gegen die Schützen und den Schützenausmarsch agitieren. Regierungsgewalt und die Verwaltung als ihr verlängerter Arm sind das Ergebnis von Wahlen, von daher wäre das in Ordnung. Wenigstens hätte man dann klare Fronten, anders als bei dem falschen Spiel von jetzt. Vielleicht haben wir uns bis dahin aber auch schon darauf besonnen, eine Politik in den Dienst zu stellen, die für uns da ist, anstatt uns zu bekämpfen.



- EINFÜHREN DER „SCHAFFERUNG“ -
Organisationskomitee mit Vereinseigenschaft
Behördliches Wirken ist schon im Grundsatz immer ein Hemmschuh der Entwicklung. Der Bürger nimmt zurecht an, daß dem Staat ohnehin alle Mittel zur Verfügung stünden, und daß dieser aufgrund seines komplexen Aufbaus wenig beweglich sei. Eigenes Engagement würde er daher für unnötig halten oder wegen erwarteter Ausbremsung bleiben lassen. Mit einem Organisationskomitee aus dem Volke hätte das ganze Unternehmen in jedem Atemzug eine freiere, fröhlichere, leidenschaftlichere, dynamischere und stolzere Färbung. Selbstverständlich müßten dabei Mechanismen zur Legitimierung und Überprüfung vorhanden sein. Diese Erfordernisse werden bekanntlich vom Vereinsstatus geboten. Für diese paar Stunden im Jahr extra einen Verein gründen? Ja! Kulturgüter haben ihrer Natur gemäß verschiedene Auftretensdichten. Die Marktkirche steht ohne Pause immer da, 96 spielt einmal in der Woche, Fritz Haarmann spukt nur in den Köpfen herum - und Festumzüge bewahren ihre Frische eben durch den jährlichen Turnus. Auch als seltene Veranstaltung bildet der Schützenausmarsch trotzdem ein ganzjährig lebendes, vollwertiges und wichtiges Kulturgut von Hannover, das entsprechend gepflegt werden will. Dafür sollen doch gern - weit über die Schützenszene hinaus - aus der gesamten Einwohnerschaft die umtriebigsten Freunde des Schützen­ausmarschs an die Arbeit gehen. Das käme der Sache nur zugute. Soweit ersichtlich, werden in Deutschland alle Schützen-, Karnevals- und Historienumzüge von eigens dafür gegründeten Vereinen oder ähnlichen Komitees organisiert. Nur der Schützenausmarsch Hannover liefert sich an die Stadtbehörde aus. Und da wird es auch kaum Zufall sein, daß gerade bei ihm unter vielfältigen Problemen die Substanz erodiert. Ein sehr gut geeignetes Vorbild für uns sind die Verantwortlich­keiten beim Münchner Oktoberfest. Genau wie hier entworfen, beschäftigt sich dort der Festring München hauptsächlich mit der Aufstellung und Durchführung der beiden Festumzüge. Man braucht also wirklich keine Angst vor dem Schritt zu haben. Eine Revolution würde er nur für die Geschichte des hannoverschen Schützenwesens bedeuten. Auf der Ebene der Festumzüge betrachtet wäre es der längst überfällige Anschluß an die zeitgemäße Normalität.
Zum Benennungsvorschlag „Schafferung“
Es liegt auf der Hand, die alte Bezeichnung „Schaffer“ wieder anzuwenden. In Celle nennt sich das Gremium, das bei den dortigen kleineren Verhältnissen sogar für die Ausrichtung des gesamten Schützenfestes zuständig ist, „Schafferrat“. Klingt gut, aber es geht noch besser. Als Vorschlag wird hiermit der sehr starke Ausdruck „Schafferung“ in die Welt gesetzt. Macht richtig Spaß zu sprechen, und wirkt als nicht-zusammengesetztes Wort („-ung“ ist lediglich eine Nachsilbe) ungemein grundlegend und altüberliefert. Zudem heben Bezeichnungen, die allein im eigenen Sachverhalt vorkommen, die kulturelle Würde nochmals an. Bruchmeister, Lüttje Lage, Schafferung - als wären sie gemeinsam durch die Jahrhunderte gegangen. Nachdem nun die Diskussion eröffnet ist, läuft es hoffentlich wie oft im Leben, und die fähigen Leute werden sich bewußt, daß sie gefordert sind, die Schafferung an den Start zu bringen!
Sammelpunkt-Funktion
Bisher kann man sich nur mit einem völlig unabhängig entstandenen, komplett fertiggeformten Programmpunkt in den Schützenausmarsch einbringen. Die zufälligen Angebote werden entweder angenommen, eingeladen, abgelehnt oder mit Auflagen versehen. Mehr Spielraum gibt es fast nicht. Denkbar, daß auch die Zugleitung aufgrund vielerlei Zwänge weitgehend zur Handlungsunfähigkeit verdammt ist. Mit dieser passiven Organisationsform läßt sich kein Ziel eigenmächtig ansteuern. Vielleicht fiel das als Mangelzustand noch nicht auf, weil systembedingt bereits Gedanken über Zielvorstellungen im Keim erstickt werden bzw. ins Leere führen. Und was genauso schlimm ist: Noch so gute Teilleistungen liegen ungenutzt herum, anstatt vervollständigt, zusammengeführt oder sonstwie ausgeschöpft zu werden. Wobei einige dann als Halbheiten mitmarschieren (siehe z.B. die Auftritte der Faschingsvereine). Deswegen braucht es eine Institution als Sammelpunkt, um Ideen, Fähigkeiten, Kenntnisse, Tatendrang, Erfahrungen, Kapazitäten, Kontakte, Mittel, Spenden usw. aufzunehmen und zu verarbeiten. Einer der jetzigen Schützenvereine besitzt übrigens zwei mehrstöckige Häuser in Zentrumsnähe. Damit sollten die Räumlichkeiten für die Schafferung eigentlich gesichert sein. Allein diese Aussicht müßte doch schon Euphorie ausbrechen lassen.
Aufgabenspektrum
Für die Schafferung gäbe es das ganze Jahr über genug zu tun. Vieles zu den einzelnen Aufgaben ist auf den folgenden Unterseiten ausgearbeitet, daher hier nur ein kurzer Abriß. Sie würde in laufendem Kontakt zu Schützenvereinen, Musik­zügen, Unterstützungsregiment und anderen Beteiligten stehen, um sich über deren Gedeihen zu vergewissern, bei Schwierigkeiten Hilfe anzuberaumen oder notfalls nach Ersatz zu suchen. Bei Verbänden und anderen Instanzen, denen die Aufstellung von Nummern übertragen wurde, müßte sie sich in taktvollen Abständen nach den Fortschritten erkundigen. Verschiedene Arbeiten wären zu betreuen, Uniformen einiger Gruppen und sonstiges Material gepflegt zu halten. Ein gewiefter Mitstreiter würde Werbefeldzüge im Netz betreiben, der nächste auf Sponsorensuche gehen, ein Dritter die Infostand-Serie leiten, ein Vierter Filme mit Hintergrundberichten erstellen. Irgendwann im Jahr wäre die Strecke auszuwählen und später dann herzurichten. Wie immer müßten Absprachen mit Polizei, Stadtreinigung, TÜV, usw. getroffen werden. Und es bräuchte ja nicht bei dem einen Umzug zu bleiben. Auch in den Stadtteilen sollten welche stattfinden, die ins Gesamtkonzept einbezogen und daher am besten ebenfalls von der Schafferung organisiert würden. Ferner könnte man sich am zweiten Wochenende des Schützenfestes noch einen öffentlichkeitswirksamen spätabendlichen Umzug mit schönen Illuminationen vorstellen, wie ihn Neuß auch hinkriegt (s. hier).
Organisatorische Einbindung ins Schützenfest
Man kann die Teilerscheinungen des Hannoverschen Schützenfestes in drei Bereiche gliedern, was auch für die offizielle Darstellung dringend anzuraten ist, um die Komplexität für jeden am Mitfeiern Interessierten übersichtlicher und greifbarer zu machen. Der Schützenausmarsch sowie weitere Umzüge würden von der Schafferung beackert. Ein zweites Thema für sich sind der Jahrmarkt und das Showprogramm (einschließlich Feuerwerk). Dafür ist derzeit vermutlich das „Eventmanagement“ der Stadtbehörde zuständig. Allein ein Blick in das Showprogramm von 2018, in dem 25 mal „Gay“ und 13 mal „Alm“ vorkam, legt offen, daß sie auch auf diesem Sektor das Schützenfest als Kulturgut zerstören will. Ohnehin wäre es angezeigt, den Jahrmarkt-Teil von einer Stelle organisieren zu lassen, die die gleichen Aufgaben ebenso beim Frühlings- und beim Oktoberfest versieht. Diese beiden anderen auf dem Schützenplatz stattfindenden Feste besorgt allerdings die „ARGE für Volksfeste GbR“. Das klingt doch schonmal ganz gut und ausbauwürdig. Sie wäre mit der Übertragung in die Lage versetzt, die Charaktere auseinanderzuentwickeln und das Schützenfest mehr freizustellen. Mit dem dritten Teilgebiet sind die kleineren, jährlich wiederkehrenden Aktionen rund um das Schützenwesen gemeint, wie das Volksschießen am Kröpcke, die Eröffnungsfeier in der Marktkirche, die Bruchmeisterverpflichtung im Rathaus, das Papagoyen­schießen, die Siegerehrungen, der Bruchmeister-Rundgang, der „Tag der niedersächsischen Schützenvereine“ und der Zapfenstreich in der Altstadt. Sie sollten alle von einer Zentrale zusammengefaßt und gesteuert werden, die mehr Druck dahinterbringt, alles noch ausfeilt, aufeinander abstimmt und vermehrt. Hierfür käme der „Verband Hannoverscher Schützenvereine“ in Betracht, der in Vereinsform bestehende Kreisverband für das Stadtgebiet und einige Vororte. Natürlich nicht in der jetzigen Verfassung, wo er seine Aufgabe in der Selbst­abwicklung zu verstehen scheint, sondern mit einer neuen Generation von tatkräftigen Amtsträgern. Dabei wäre es sicherlich von Vorteil, den blassen, holprigen und in der Abkürzung „VHS“ von der Volkshochschule besetzten Namen abzuändern. Mit dem - bewußt altertümlich angelegten - Vorschlag „Hannöver­scher Schützenzirckel“ würde die nachhaltige Vermittlung der Position und des Betätigungsfelds z.B. wesentlich erleichtert („abzirkeln“ ist auch ein historischer Ausdruck für das Nachmessen von Einschüssen auf der Zielscheibe). Nun müßte um die drei Teilgebiete noch eine Klammer geschwungen werden. Dies liefe auf den bestehenden Verein „Hannoversches Schützenfest“ hinaus - welcher sich doch eindeutig auf ganzer Linie als überfordert erwiesen hat. Ja gut, aber die Verhältnisse wären dann entscheidend anders. Erstens könnten Stadtbehörde und VHS darin nicht mehr unter einem automatisiert zum Vorsitzenden berufenen und wahrscheinlich trotzdem niemals mit der Sache beschäftigten Oberbürgermeister um die Wette schnarchen. Vielmehr würden sich als Mitglieder ein aufgeweckter VHS/Zirckel, die genannte Jahrmarkt-Gesellschaft, die Schafferung und die Stadtbehörde gegenseitig auf die Finger klopfen. Und zweitens wären all jene Arbeiten, für die es Begeisterung braucht, schon weg! Blieben der ganze Bereich Marketing, den man an eine Fachfirma abgäbe, und schließlich nur wenige nüchterne Angelegenheiten wie die Regelung von Sicherheitsaspekten oder infrastruktureller Dinge. So könnte es klappen. Doch helfen solche weitreichenden Überlegungen vorerst auch nicht weiter. Wir müssen die widrigen tatsächlichen Umstände annehmen, aus denen wir realistisch wenigstens den Schützen­ausmarsch herausziehen wollen.



- SELBSTVERSTÄNDNIS-ERKLÄRUNG DES SCHÜTZENAUSMARSCHS -
Sorge und Verpflichtung machen es erforderlich, daß die Schafferung in einer Art Grundgesetz den Ethos des Schützenausmarschs beschreibt. Solch ein feststehendes - wenn auch nicht unveränderliches - Bollwerk würde stets rechtzeitiges Eingreifen anstoßen und schädliche Tendenzen abwehren. Alles Handeln müßte immer damit im Einklang stehen. Nachfolgend ein Entwurf. Aus den paar Zeilen springt einem sofort entgegen, daß der Niedergang und die jetzigen Probleme vermeidbar gewesen wären, hätte es eine Selbstverständnis-Erklärung wie diese bisher schon gegeben. Der Altersdurchschnitt der hannoverschen Schützenvereine, entscheidender Faktor schlechthin, sähe heute ganz anders aus. Komplexer ist die Gemengelage nicht, dafür steht das Beispiel Neuß.
 
1. Der Schützenausmarsch ist unabdingbarer Bestandteil von Hannover. Er muß auch in schlechten Zeiten aufrechterhalten werden. Eine Stadt Hannover ohne Schützenausmarsch kann es nicht geben.
2. Jeder einzelne Schützenausmarsch ist als Werk von Jahrhunderten zu verstehen. Er dient immer auch dem Dank und der Ehre aller früheren Beteiligten.
3. Geschichtlich hat der Schützenausmarsch meist die ganze Stadt auf die Beine gebracht. Außergewöhnliche Gemeinschaftserlebnisse quer durch das gesamte Volk sind von unbezahlbarem Wert. Es ist darauf hinzuarbeiten, daß der Schützenausmarsch diese Funktion wieder erfüllt. (Anmerkung: Normalerweise würde man „Gesellschaft“ sagen. Da jedoch ein Volk seine Kultur nicht den anderen überzustülpen hat, und das Ziel von Kultur nicht der genetische Austausch seiner Träger sein kann, muß man sich an die Bedingungen des Vielvölkerstaats anpassen, indem sich innerhalb der Gesellschaft auf das eigene Volk beschränkt wird.).
4. Der Schützenausmarsch ist kein allgemeiner Stadtumzug. Es geht nicht darum, mit einer breiten Palette von Unterhaltungsformen verschiedene Interessen abzubilden oder zu bedienen. Die begeisterte, stolze Identifikation der Ein­heimischen und die Faszination für Alle ergeben sich daraus, daß Hannover über einen langen Zeitraum genau diese Tradition hervorgebracht hat, welche auf ihrem Gebiet eine unvergleichliche Spitzenleistung darstellt.
5. Zum Ruf Hannovers möchte der Schützenausmarsch mit einer charismatischen deutschland- und europaweiten Attraktion beitragen. Zugleich fühlt er sich verpflichtet, eine Leistung für ganz Niedersachsen zu erbringen und als eines dessen Aushängeschilder zu wirken.
6. Der Schützenausmarsch bildet den Höhepunkt des Hannoverschen Schützen­festes. In diesem Kontext soll er das eineinhalb Wochen dauernde Fest insgesamt fördern. Das Hannoversche Schützenfest zählt zu den ältesten, bestimmtesten und größten Brauchtümern Deutschlands, welches eigentlich mit dem Kölner Karneval und dem Münchner Oktoberfest in einem Atemzug genannt werden müßte. Durch das Abliefern charakteristischer Bilder tut der Schützenausmarsch sein Bestes für diesen anzustrebenden Aufstieg.
7. Der Schützenausmarsch sieht sich in der Verantwortung als eine Spitzen­veranstaltung des Schützenwesens in Deutschland. Jeder Schütze (uniformiert)
soll sich darüber freuen und an Selbstbewußtsein daran gewinnen, daß sein Kulturzweig über Ereignisse von dieser obersten Größenordnung und diesem Renommee verfügt. Auch in Gegenden mit wenig Schützentradition sollen die ansässigen Schützen ihre zeremoniellen Handlungen unbeirrt notfalls mit Verweis auf Hannover durchführen.
8. Wie sonst fast kein anderer Schützenumzug ist der Schützenausmarsch ein lohnendes touristisches Ziel auch für Weitgereiste. Alle Nummern sollen für Auswärtige einen Schauwert besitzen. Eine Durchlaufzeit von 2:XX Stunden darf nie unterschritten werden. (Anmerkung: Derzeit liegt die gewohnte Durchlaufzeit bei 2:20 bis 2:40 Stunden.
Bei anzustrebender völliger Stockungsfreiheit würde sie jedoch deutlich sinken. Ob man den neu enstandenen Wert im intensiveren Erleben als gut empfindet oder ob die Teilnehmerzahl zu erhöhen ist, müßte dann beurteilt werden.).
9. Die Anzahl der Teilnehmer liegt bei mindestens 1X.000, davon mindestens X.000 Schützen. Der Titel als größter Festumzug Europas muß nicht aus Prinzip verteidigt werden, aber man darf ihn auch nicht leichtfertig verspielen. (Anmerkung: Bei den jetzigen Zuständen würde man einen Rahmen von 10.000 bis 12.000 Teilnehmern mit mindestens 5.000 Schützen ansetzen. Ein weiterer guter Richtwert wären 110 Musikzüge. Sobald Stockungsfreiheit erreicht ist, müßten die Mengen allerdings neu überdacht und evtl. erhöht werden).
10. Der Schützenausmarsch ist unpolitisch und ideologiefrei. Nummern auf politischer, religiöser, ethnischer, sexueller oder der Grundlage einer Behinderung sind verboten.




- TÄTIGKEITEN IN DER „FREIEN PHASE“ -
Anleitung der Neuorganisation der Schützenvereins-Landschaft
Nach ihrer Gründung wäre die Schafferung zunächst für unbestimmte Zeit noch nicht im Amt. Diese „freie Phase“ müßte dazu genutzt werden, einige Einmal­arbeiten zu erledigen. Die wichtigste aller Maßnahmen ist die Neuorganisation der hannoverschen Schützenvereins-Landschaft (s. Unterseite „Neue Vereins­landschaft“). Zwar wäre dies eigentlich gar nicht ihre Aufgabe, aber wir sehen ja, daß sich ansonsten nichts regt, weder beim VHS noch beim CeB noch sonstwo. Und wenn sich bisher nichtmal eine Gruppe zur Rettung des Schützenausmarschs zusammengefunden hat, läßt es sich schlecht sogar kühn von einer zweiten Task-Force fabulieren. Wir könnten heilfroh sein, sollte sich überhaupt ein Aktivisten­kreis aufstellen. Er hätte sich anfangs halt mit diesem Thema zu befassen, diesbezüglich die rechtlichen Schritte vorzubereiten und in allen Schützenvereinen energisch für die notwendigen Mehrheiten zu werben. Da wegen der demo­graphischen Entwicklung derzeit in allen möglichen Kulturzweigen die Zahl der Vereine heruntergefahren werden muß, gibt es hierfür schon Leitfäden, an denen man sich entlanghangeln kann. Also keine Scheu deswegen, es ist machbar.
Netzseite und Warmlaufen
In der Anfangszeit sollte natürlich auch der Netzauftritt eingerichtet und aufgebaut werden. Inhaltlich ähnelte die Seite dieser hier (welche sich dann, wie schön wäre das, erübrigt hätte). Man würde über die Eigenart des Schützenausmarschs, über dessen Geschichte sowie über die großen Pläne berichten. Da die Systemmedien ja nur gefilterte Nachrichten durchsickern lassen, in denen zum hannoverschen Schützenwesen, zu den hiesigen Vereinen und den enormen Problemen geschwiegen bzw. das Aufheben um die Bruchmeister gar noch als Feigenblatt vorgeschoben wird, ist ehrliche Informationsvermittlung umso wichtiger. Über die Geschichte gäbe es ohne Schützenausmarsch.de keinerlei aufbereitete Angaben irgendwo; auf der auch erst seit 2017 bestehenden offiziellen Schützenfest-Netzseite sind nur innerhalb einer allgemeinen Galerie ohne Erklärungstext ein paar Bilder hingeklatscht. Das heißt, der jetzige Veranstalter lädt zur Teilnahme oder zum Zuschauen ein, ohne anzudeuten, welch riesige Bedeutung dieses Ereignis erst neulich noch für Hannover hatte, womöglich um absichtlich einen Bruch zu erzeugen. Die Schafferung schriebe jedoch nach Bekanntwerden parallel alle teilnehmenden Vereine an, um sie auf die Ausführungen zur Geschichte auf der eigenen Netzseite aufmerksam zu machen, damit die Stunden in Hannover intensiver und bewußter verlebt werden können. Sowieso würde sie sich für die respektlose Behandlung durch den abzulösenden Veranstalter bei allen Vereinen entschuldigen (daß diese in der Zugaufstellung falsch geschrieben sind, daß sie hinter albernen Maskottchen herlaufen müssen, daß sie an Baustellen vorbei­geschickt werden, daß der Umzug auch als politische Demonstration genutzt wird, usw.). Die ungeheuerlich dargestellten Zugaufstellungen könnten schonmal hergenommen, umfassend korrigiert und schön gestaltet wieder hochgeladen werden. So liefe sich die Schafferung mit Themen rund um die Netzseite - wie z.B. auch dem Live-Filmen des Umzugs - allmählich warm.
Sonstige Einmalaufgaben
Jedenfalls gemäß den zahlreichen hier unterbreiteten Vorschlägen wären für Gruppen oder Einzelfiguren, die direkt von der Schafferung eingekleidet werden, mindestens elf Kostüme zu entwickeln (darunter Ballerkalle). Repräsentative, traditionsbegründende Aufmachungen sollten allerdings nicht überstürzt zur Welt kommen. Da müßte im wahrsten Wortsinn tiefer in den Stoff eingetaucht, viel gezeichnet, probegeschneidert und beratschlagt werden, bis jeweils das Optimum gefunden ist. Auch für die mindestens sieben selbständigen Gruppen, die eine angemessene Kleidung bräuchten, sollte man diese Arbeit gleich unverbindlich übernehmen. Ein Mitstreiter würde in der Innenstadt vielleicht schonmal alle zur Streckenschmückung nutzbaren Vorrichtungen auskundschaften, sie in einem Kataster eintragen und Möglichkeiten der Ergänzung austüfteln. Jemand anderes könnte das Unterstützungsregiment in die Wege leiten, um mit diesem später in die Unabhängigkeit zu gehen oder es dann in selbige zu entlassen. Es gäbe noch so viel mehr an Einmalarbeiten zu tun, z.B. Notensätze und Grifftabellen der typischen Schützenausmarsch-Lieder zu verfassen, eine Fahnenschwenkergruppe bei einem Turnverein zu initiieren, vernünftige Bruchmeisterstandarten zu schaffen, eine Verordnung zur Erlaubnis für einen lautstarken Sonntagmorgen zu beantragen, Handwagen mit Pokalvitrinen zu konstruieren, usw.
Werbekampagne
Eine drängende Sache wäre auch das Anrühren einer Werbekampagne. Eile ist geboten, denn jeden Tag, der bis dahin noch verstreicht, wird der Faden zu den vergangenen großen Zeiten dünner, und desto mühseliger gestaltet sich der erneute Substanzaufbau. Einfach nur vorzutragen, daß das Volk doch bitte einsehen möge, wie toll und wichtig der Schützenausmarsch sei, könnte allerdings nicht aus heiterem Himmel einen Freudensturm auslösen. Zwar setzt sich ohnehin gerade eine Wiederentdeckung identitärer Werte in Gang, die Masse würde nach Jahrzehnten der fortgeschrittenen Abkehr aber nur auf glaubhaft neue Perspek­tiven reagieren. Konkret müßten drei Weichenstellungen erfolgt sein: 1. Die Schafferung hat sich gebildet. 2. Die Neuorganisation der Schützenvereins-Landschaft ist zumindest in Angriff genommen und kann schon vorgestellt werden. 3. Das Unterstützungsregiment steht als Plattform bereit! Über die herkömmlichen Medien wie die einschlägigen Tageszeitungen und Fernsehsender ist nichts mehr zu holen. Wir sehen ja jedes Jahr an der Strecke, daß sie keine Reichweite mehr haben. Der Schützenausmarsch würde von ihnen nur mit in den Tod gerissen. Zeitgemäße Ansprache läuft heute auf andere Weise im Netz. Hier wäre insbesondere an Videos zu denken, in denen kamerataugliche Schaffer, Schützen, Musiker und Regimentler alle Bereiche in Vielfalt und Vorzügen frohgemut erklären. Die Empfänger würden aufgefordert, sich zu überlegen, ob sie nicht als Schütze, Musiker, Regimentler oder - auch eine unerläßliche Zutat für Festumzüge - als aktiver Zuschauer zur Fortführung dieses eigentümlichen Kulturguts beitragen wollen. Durch die Klickzahlen und das Kommentieren bekämen sie gleich vermittelt, sich in einer größeren Gemeinschaft zu befinden, die wirklich imstande wäre, etwas zu bewegen. Über direkte Verweise gelangten die Interessenten auch auf die Netzseite der Schafferung, wo alle Infos übersichtlich bereitstünden und worüber jede offene Frage beantwortet würde. Es wäre zu beachten, daß Hannoveraner und übrige Niedersachsen hinsichtlich Schützen- sowie Musikzugs­wesen unterschiedlich angesprochen werden müßten, da das Ausüben dieser Tätigkeiten ja über die jeweiligen Vereine der Heimatgegend liefe. Natürlich hätte aus der Werbekampagne hervorzugehen, ob die Schafferung schon im Amt ist oder noch nicht. Ihre „freie Phase“ dürfte tatsächlich der beste Zeitpunkt für das Unternehmen sein. Als zivilcouragierte Bürgervertretung, die sich selbstlos für das Allgemeinwohl einsetzen will, würde sie am stärksten die Notwendigkeit des Anliegens verdeutlichen, da könnte sie mit den höchsten Sympathiewerten rechnen. Auf solch einen Paukenschlag wartet der Schützenausmarsch doch!